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Damals, es war frühmorgens nach dem Tod Jesu, sind die Frauen in tiefer Trauer und mit einem unendlich schweren Herzen zum Grab gelaufen. Den letzten Liebesdienst wollten sie noch für Jesus tun, ihn liebevoll salben. Man kann es sich ausdenken, wie ihnen zumute war, was sie auf dem Weg dachten, was sie bewegte, was sie miteinander sprachen, ihr Unverständnis zum Ausdruck brachten und vermutlich weite Strecken einfach auch sprachlos nebeneinander her gingen, um bei sich zu bleiben, in sich hineinzuhören und jede für sich zu trauern, Trauerarbeit zu leisten. Das ist wohl die schwerste Arbeit, die wir in unserem Leben immer wieder durchmachen müssen. Fassungslosigkeit, Unverständnis, Zukunftsangst, Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit beherrschten vermutlich von jetzt auf nachher ihr Leben. Alles ist mit einem Schlag anders geworden. Ein wirklich beschwerlicher Weg, den die Frauen da gegangen sind und gehen mussten.

Und plötzlich gingen ihnen die Augen auf. Der Stein vor dem Grab, den sie in Wirklichkeit nicht alleine hätten wegrollen können, war weg. Die Grabhöhle war offen und leer. Ein weiterer Schreck, der ihnen durch die Glieder fuhr. Was sie im leeren Grab dann vorfanden, waren die fein säuberlich zusammengewickelten Leinenbinden, mit denen sie Jesus dort bestattet hatten.

Weggerollter Stein und die fein säuberlich zusammengelegten Leinenbinden werden zum Zeichen für die Auferstehung, zur Antwort auf den Tod, der nicht das letzte Wort hat, sondern das Leben. Das feiern wir an Ostern. Es ist das Fest des Lebens, der Sieg über den Tod. Jetzt heißt es aufbrechen, nicht stehen bleiben am Grab, sondern aufstehen zum Leben. Ostern muss bewegen, Mut machen, auch das Dunkel, das Tödliche anzunehmen, um die Lebenskraft zu gewinnen. Es ist die Kraft der Barmherzigkeit, der Menschlichkeit, die aufrichtet, tröstet und Mut macht, die Kraft der Liebe und des Friedens.

Auch wir sollten uns aufmachen und IHN bei den Lebenden suchen, mitten unter uns. Auch an uns ist es, ob andere ihn finden, ihn bei uns und durch uns antreffen können. Ob wir Menschen des Lebens sind, lichterfüllt und hoffnungsfroh.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes und frohmachendes Auferstehungsfest.

Ihr Pfarrer Edgar Briemle

 

 Das Leben feiern

Lasst uns

das Leben feiern!

Denn:

Das Licht

hat die Nacht überwunden.

Die Freude

hat die Traurigkeit verjagt.

Die Liebe

war stärker als der Hass.

Das Leben

hat den Tod besiegt.

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

 

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